Finden Sie die richtige Behandlung!

Das Ziel der Behandlung der Chronischen Migräne ist die signifikante Reduktion der Kopfschmerztage. Heute stehen vielfältige Behandlungsmethoden zur Verfügung, mit denen sich die Migräne meist gut in den Griff bekommen lässt. Am vielversprechendsten ist eine Kombination aus Medikamenten und begleitenden Maßnahmen. Der umfassende Ansatz lohnt sich: Mit einer gezielten Behandlung lassen sich die Kopfschmerztage deutlich reduzieren.

Die Behandlung von Migräne und insbesondere der Chronischen Migräne gehört in die Hände erfahrener Kopfschmerzspezialisten. Alle Maßnahmen (medikamentös oder nicht-medikamentös) sollten immer auf Ihre persönliche Lebenssituation abgestimmt sein.
Nutzen Sie die Arztsuche, um Ansprechpartner in Ihrer Nähe zu finden.

ALLGEMEINE MASSNAHMEN BEI EINER MIGRÄNE-ATTACKE

Bei einem Anfall sollten sich Patienten nach Möglichkeit in einen abgedunkelten, geräuscharmen Raum zurückziehen. Vielen hilft Schlaf. Eine kühlende Kompresse kann ebenfalls helfen.

Behandlung der Chronischen Migräne mit Medikamenten

AKUTMEDIKATION

Manchen hilft es oft schon, sich zurückzuziehen und sich auszuruhen. Bei Bedarf kann noch ein rezeptfreies Schmerzmedikament, ein sogenanntes Akutschmerzmittel, aus der Apotheke eingenommen werden. Die Einnahme sollte für eine bestmögliche Wirksamkeit frühzeitig erfolgen.
Zu den bekannten „Klassikern“ gegen Kopfschmerzen zählen Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Speziell für mittlere bis schwere Migräne-Anfälle stehen Medikamente aus der Gruppe der Triptane zur Verfügung. Allerdings ist die Wirkdauer begrenzt. Bei längeren Migräneanfällen kann es nach einer beschwerdefreien Phase erneut zu Kopfschmerzen und anderen Symptomen kommen.
Alle Schmerzmittel, vor allem Medikamente gegen Migräne, können bei zu häufiger Einnahme schädlich sein. Sie können zu einem Dauerkopfschmerz führen, einem sogenannten Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK).

Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt , wenn Sie an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerztabletten benötigen.

Arztsuche

VORBEUGEN

Werden Kopfschmerzen und Migräne von der Ausnahme zu nahezu ständigen Begleitern, so kann eine Behandlung mit Akutschmerzmitteln keine (alleinige) Lösung sein: Hier gewinnt die Prophylaxe (Vorbeugung) an Bedeutung. Ziel der Prophylaxe bei Chronischer Migräne ist, dass die Schmerzattacken deutlich weniger werden und/oder die Schmerzstärke spürbar geringer wird.

Eine medikamentöse Prophylaxe sollte erwogen werden, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • 3 oder mehr Migräneattacken im Monat
  • Anzahl der Migräneattacken nimmt zu
  • Migräneattacken dauern länger als 72 Stunden
  • Schmerz- oder Migränemittel wirken nicht ausreichend
  • Einnahme von Schmerz- oder Migränemittel an > 10 Tagen im Monat
  • Lebensqualität durch Migräne stark eingeschränkt

Es gibt Medikamente, die regelmäßig als Tablette eingenommen oder vom Arzt verabreicht werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Antiepileptika / Antikonvulsiva
  • Betablocker
  • Botulinumtoxin
  • Calciumantagonisten
  • CGRP-Antikörper

Alle diese Medikamente wirken unterschiedlich und haben verschiedene Nebenwirkungen. Besprechen Sie Ihre Fragen und Vorbehalte offen mit Ihrem Arzt!

Antiepileptika

Antiepileptika sind krampflösende Wirkstoffe und finden eigentlich Anwendung in der Therapie von Epilepsie, werden aber auch in der Migränetherapie eingesetzt. Antiepileptika eignen sich eher für Migräne-Patienten, die zusätzlich unter Übergewicht, Epilepsie oder Manie leiden. Eine der Substanzen sollte nicht von Frauen in der Schwangerschaft oder mit Kinderwunsch verwendet werden.

Calciumantagonisten

Eine Substanz dieser Wirkstoffgruppe, die vorwiegend zur Behandlung von Schwindel eingesetzt wird, zeigt eine signifikante Wirkung in der Migräneprophylaxe. Es hemmt bestimmte Enzyme oder Rezeptoren, die bei der Entstehung von Migräne ebenfalls eine Rolle spielen. Allerdings kommt es unter der Einnahme vermehrt zu Nebenwirkungen wie Depression und Gewichtszunahme.

Betablocker

Bestimmte Betablocker werden zur Vorbeugung von Migräne-Attacken angewendet. Sie beruhigen quasi das Nervensystem, verlangsamen den Herzschlag und senken den Blutdruck. Bei Betablockern kann aber ein Gewöhnungseffekt eintreten und die Wirkung mit der Zeit nicht mehr ausreichend sein. Zu den Nebenwirkungen von Betablockern gehören Müdigkeit, Schwindel, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Botulinumtoxin

Die Zahl der Migräneanfälle können mit Botulinumtoxin Typ A verringert werden. Es verhindert z.B. die Ausschüttung von an der Migräneentstehung beteiligten Neuropeptiden wie CGRP. Für einen anhaltenden Effekt werden die Spritzen meist alle 3 Monate wiederholt. Nebenwirkungen können muskelkaterähnliche Beschwerden, hängende Augenlider oder Schmerzen an der Injektionsstelle sein.

CGRP-Antikörper

Der Botenstoff CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) wirkt gefäßerweiternd und spielt eine Rolle beim Entzündungsgeschehen bei Migräne. Die CGRP-Antikörper schalten CGRP aus und sollen so Migräne-Attacken verhindern. Sie werden monatlich bis dreimonatlich unter die Haut gespritzt. Als Nebenwirkungen können Rötungen an der Einstichstelle, Übelkeit, Verstopfung oder Schwindel auftreten.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Ihr Arzt kann Ihnen auch dabei helfen, die besten Strategien gegen Kopfschmerzen und Migräne-Anfälle zu finden. Zu den nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten können z. B. gehören:
  • Sport- und Physiotherapie
  • Psychologische Beratung
  • Entspannungsverfahren
  • Akupunktur
  • Neurostimulation
  • Biofeedback-Therapie

Idealerweise besteht eine erfolgreiche Therapie aus einer Kombination aus medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapie und passt zu Ihrer persönlichen Lebenssituation.

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