Tipps

Häufige Kopfschmerzen und Migräne erschweren vielen Menschen mit Chronischer Migräne den Alltag. Auf dieser Seite finden Sie praktische Tipps und Hilfestellungen.

Reisen und Urlaub „vorbereiten“

Professor Dr. Uwe Reuter, Neurologe aus Berlin

Professor Dr. Uwe Reuter, Neurologe aus Berlin
Besonders häufig kommt eine Migräne dann, wenn etwas vom normalen Tagesablauf abweicht. Doch was hilft einem diese Erkenntnis, wenn man sich zum Beispiel schon lange auf eine Reise freut? Es kann hilfreich sein, sich schon vor dem Urlaub Zeit zu gönnen, um „runterzukommen“. Bei längeren Strecken können ausreichende Pausen helfen oder sogar ein Zwischenstopp mit Übernachtung. An- und Abreise zu einem Teil des Urlaubs auszubauen, verkürzt zwar den Aufenthalt am Ziel, kann die Zeit dort aber umso schöner machen.

 

Kaffee als Hausmittel bei leichten Migräne-Attacken

Dr. med. Astrid Gendolla, Neurologin aus Essen

Dr. med. Astrid Gendolla, Neurologin aus Essen
Ist die Migräne-Attacke nicht so stark, kann eine Tasse starker Kaffee mit dem Saft einer halben Zitrone Linderung verschaffen. Durch das Koffein werden die bei Migräne erweiterten Blutgefäße im Gehirn verengt. Das Vitamin C aus der Zitrone kann die Bildung eines körpereigenen Botenstoffes erhöhen, der den Kopfschmerz dämpft. Was Kaffee als möglichen Migräne-Auslöser betrifft, so belegen Studien, dass Menschen, die regelmäßig sechs Tassen Kaffee pro Tag trinken, dann eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Migräne-Attacke haben, wenn sie unvermittelt auf den Kaffee verzichten. Wer seinen Kaffeekonsum reduzieren möchte, sollte dies also schrittweise tun.

Auf Bewegung und Entspannung achten

 Privatdozent Dr. med. Charly Gaul, Neurologe aus Königstein

Privatdozent Dr. med. Charly Gaul, Neurologe aus Königstein
Wer im Monat an mehr Tagen Kopfschmerzen oder Migräne als kopfschmerzfreie Tage hat, kann oft kaum noch regelmäßig Sport treiben. Gleichzeitig belegen Studien aber eine sehr positive Wirkung von Ausdauersport. Ruhigere Sportarten wie Yoga, Qi Gong oder Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation und Autogenes Training können helfen, Stress besser zu bewältigen und Anspannung abzubauen. Im Rahmen eines professionellen Behandlungsansatzes, der neben Medikamenten auch Bewegung und Entspannung berücksichtigt, können Migräne und Kopfschmerzen langfristig reduziert werden.
 

Regelmäßig essen und trinken

Professor Dr. med. Wolfgang Jost, Neurologe von der Universität Freiburg / Wolfach

Professor Dr. med. Wolfgang Jost, Neurologe von der Universität Freiburg / Wolfach
Oft ist unser Leben heute so stark bestimmt von Terminen und Zeitdruck, dass die Bedürfnisse des Körpers leicht überhört werden. Gerade für Menschen mit Migräne ist es aber wichtig, regelmäßig zu trinken und zu essen, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu stark abfällt, was eine Migräne-Attacke auslösen kann. Meine Empfehlung ist, zumindest immer eine Kleinigkeit – z.B. einen Müsliriegel oder ein Stück Obst – dabei zu haben. Ideal sind natürlich regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten.

Auch mal nein sagen

Professor Dr. med. Arne May, Neurologe aus Hamburg

Professor Dr. med. Arne May, Neurologe aus Hamburg
Wer regelmäßig wegen Kopfschmerzen oder Migräne „ausfällt”, fühlt sich leicht noch mehr unter Druck und hat das Gefühl, etwas ausgleichen oder wieder einholen zu müssen. Durch die zusätzliche Anspannung steigt der Stress meist umso mehr, so dass die nächste Migräne-Attacke schon fast vorprogrammiert ist. Auch wenn es zunächst vielleicht schwer fällt und auf Überraschung stößt: Es ist sinnvoll, Grenzen aufzuzeigen, bevor der Druck zu groß wird. Wie man die Theorie in den Alltag überträgt, kann man z.B. im Rahmen einer Verhaltenstherapie erlernen.

Trigger meiden, aber nicht überbewerten

Professor Dr. med. Zaza Katsarava, Neurologe aus Unna

Professor Dr. med. Zaza Katsarava, Neurologe aus Unna
Bei Weitem nicht jede Migräne-Attacke lässt sich auf einen Auslöser zurückführen. Und vor allem heißt es nicht, dass man schuld an den Kopfschmerzen ist, weil man sich falsch verhalten hat. Trotzdem kann es helfen, sich Zusammenhänge bewusst zu machen, um anders mit möglichen Auslösern umgehen zu können. Ob die Migräne besonders oft in bestimmten Situationen auftritt, lässt sich am besten anhand eines Kopfschmerztagebuchs ermitteln, das möglichst täglich geführt wird, auch wenn keine Kopfschmerzen aufgetreten sind. Das mag zunächst Überwindung kosten, gehört nach ein paar Wochen aber schnell zum Alltag und hilft Patient und Arzt dabei, gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Sich mit anderen austauschen

Veronika Bäcker, Bundesvorsitzende der MigräneLiga e.V. Deutschland

Veronika Bäcker, Bundes­vorsitzende der MigräneLiga e.V. Deutschland
Wie kommen andere Migräne-Betroffenen mit den Einschränkungen durch die chronische Migräne zurecht? Wo haben sie Hilfe erfahren? Wer hört mir zu, wenn Familie und Freunde mich einfach nicht mehr verstehen? Wer macht mir Mut, mich nicht aufzugeben?

Die MigräneLiga e.V. Deutschland bietet Ihnen über Broschüren, das migräne magazin, die Internetseite www.migraeneliga.de und vor allem über die Selbsthilfegruppen individuelle Unterstützung. Als Patientenorganisation vertritt sie in der Öffentlichkeit die Interessen der Betroffenen und setzt sich für den Abbau von Vorurteilen ein.

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